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Solarkunst - Realisierungen

(diese Seite wird z.Zt. überarbeitet)


Einführung ins Thema: "Solare Ästhetik. Jürgen Raap im Gespräch mit Jürgen Claus",
Kunstforum, Bd.144, 1999.


"Sonnen-Pyramide", Bonn 1984

Diese Innenversion der "Sonnen-Pyramide" besteht aus acht Argon-Leuchtstoffröhren von je 150 cm Länge, mit zwei eingebauten Trafos von 6400 V, die mit einer Leistung von 320 W arbeiten. Ihre Stromversorgung erfolgt über im Außenraum stehende Solarmodule. Gezeigt u.a. bei der von Jürgen Claus organisierten Ausstellung "Kunst und Technologie" im BMFT, Bonn 1984.

"Sonnen-Pyramide",
Bonn 1984

Beim 2. Symposion Nordseeküste in Cuxhaven zeigten Jürgen und Nora Claus ihre Außenversion der "Sonnen-Pyramide". Sie besteht aus Leuchtröhren, die den äußeren Kanten einer Pyramide folgen - eine offene Pyramide aus Licht.

Die Stromversorgung erfolgte über Solarmodule Typ SM-36 der Firma Siemens.

"Sonnen-Pyramide", Cuxhaven, 1984
"Sonnen-Pyramide", Cuxhaven, 1984

"Solar-Kristall", FH Aachen-Jülich

Freistehende Solarskulpturen können Räume schaffen, in denen sich solartechnische Informationen angegliedert an das ästhetisch-künstlerische Erlebnis darstellen.

Ein Beispiel dafür ist der auf Anregung von Prof. Mike Meliß entwickelte "Solar-Kristall" vor der FH Aachen, Abt. Jülich. Er wurde unter Leitung von Jürgen Claus 1994-95 als energieautarke Skulptur errichtet, mit sechs Solarmodulen à 53 Wattpeak im Mittelpunkt und elf farbigen Tetraedern, in denen jeweils Sparlampen von 25 Watt mit einer Leistung von 75 Watt bei Dämmerungsbeginn erleuchtet werden. Nach der ersten Fünfjahres-Evaluierung kam die 6 Meter hohe Solarskulptur auf eine Leuchtdauer von etwa 950 Jahresstunden. (Solartechnische Mitarbeit: Dipl.-Ing. Wolfgang Krug)


"Solar-Kristall", FH Aachen-Jülich, Tages- und Nachtansichten.
"Solar-Kristall", FH Aachen-Jülich

Tagesansicht des "Solar-Ikosaeder" vor dem AlbWerk in Geislingen/Steige.

Beispiel einer freistehenden Solarskulptur ist der 6 Meter hohe "Solar-Ikosaeder", der im öffentlichen Raum, vor dem AlbWerk in Geislingen/Steige1997/98 errichtet wurde. Dreiecksförmige Solar-Module wurden hierbei speziell angefertigt, um die oberen fünf Flächen des Ikosaeders als Energiefläche zu gestalten. Der Körper selbst ist an einem Träger aufgehängt, rotiert langsam mit der Energie der Sonne und wird von Innen beleuchtet.
(Solartechnische Mitarbeit: Dipl.-Ing. Wolfgang Krug)

Nachtansicht des "Solar-Ikosaeder"
Tagesansicht des "Solar-Ikosaeder" vor dem AlbWerk in Geislingen/Steige.
Nachtansicht des "Solar-Ikosaeder"

Dreieckiges Solarmodul mit farbigen dreieckigen Zellen.
Detail der dreieckigen farbigen Solarzellen.
Dreieckiges Solarmodul mit farbigen dreieckigen Zellen.
BIMODE-Prototyp. Entwurf: Jürgen Claus
Detail der dreieckigen farbigen Solarzellen.
Entwurf: Jürgen Claus

Positivbeispiel für die Einbeziehung des Künstlers in den Formgenerierenden Prozeß der Herstellung neuartiger Formen und Farben von Solarzellen und Solarmodulen von Anfang an ist das EU-Projekt BIMODE, an dem Jürgen Claus leitend für die Beteiligung der Kunsthochschule für Medien Köln beteiligt war. Im Verbund mit Industrie (BP Solar, Bayer AG), Ingenieurbüro (Ove Arup Partners), Universitäten (Technische Universität Madrid, Solarinstitut, u.a.) wurden dem Künstler die Prioritäten in der Neugestaltung von Solarzellen und Solarmodulen übertragen.

Bruno Tauts Glaspavillon von 1914
Anwendungsbeispiel:
Bruno Tauts Glaspavillon von 1914 mit integrierten dreiekigen Solarmodulen.
(Computergrafik: Jörg Paul Janka)


Glasfenster mit integrierten Solarzellen, Entwurf

Im Februar 1999 legte Jürgen Claus den Entwurf für ein solares Glasfenster Dr. Stephan Oidtmann von den Werkstätten für Glasmalerei in Linnich zur Ausführung vor. Beide kamen überein, den ursprünglichen Fensterentwurf zunächst in zwei kleineren Prototypen auszuführen. Sie entschieden sich für die traditionelle Technik der Bleiverglasung von Antikglas, was dem künstlerischen Entwurf, der auf Kristall- und Schneckenformen in einem tiefgelben, ocker- und rotfarbenem Grundfeld basiert, hervorragede tiefe und volle Farbtöne verlieh.

Für die Prototypen wurden zehn bezw. acht monokristalline Solarzellen von BP Solar ausgewählt, Typenbezeichnung BP 590, jeweils 123 mm zu 123 mm, dunkelbau mit an den Ecken abgeschrägter Form (sogenannte pseudoquadratische Zellen) mit 16,5 % Wirkungsgrad. Diese wurden von Dipl.-Ing. Wolfgang Krug von der FH Aachen-Jülich, dem langjährigen technischen Mitarbeiter des Künstlers, auf das Glas aufgetragen. Beim ins Licht gestellten Glasfenster mißt jeweils ein am unteren Glasfensterrand angebrachter Spannungsmeter die Modulspannung in Volt. Ergiebig wird die solare Stromernte dann, wenn sich größere Flächen bilden lassen, die nach Süden beziehungsweise Südwesten ausgerichtet sind.

Glasfenster mit integrierten Solarzellen, Entwurf
Ausgeführte Prototypen eines photovoltaischen Fensters
Ausgeführte Prototypen eines photovoltaischen Fensters
Anwendungsbereiche für künstlerische Glasfenster mit integrierten Solarmodulen lassen sich bei unterschiedlichen Neubauaufträgen wie Kirchen, Verwaltungsgebäuden, Banken, Museen, Ausbildungs- und Forschungsinstituten denken. Launisch schrieb die "kunstzeitung" (Nov. 1999) in einer Rezension: "Sollten die Solarfenster erst einmal Serienreife erlangen, könnten Kirchengemeinden, die Jürgen Claus mit derNeuverglasung ihrer Gotteshäuser beauftragen, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ihre Kirchen würden schöner, und die Heizkosten fielen weg."

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